Servus, Griaß di Gott und Hallo! Grüßen "einfach" erklärt!

Das Grüßen ist etwas Wunderbares. Der Gruß läutet das Aufeinandertreffen zweier Welten ein. Naja, schweifen wir jeder nicht aus. Jeder ist der Mittelpunkt seines Universums und wenn sich zwei Treffen, dann wird gegrüßt!

 

Wie schon eingangs erwähnt, beginnt mit einer Begrüßung oder einer Vorstellung das Ballspiel der Kommunikation. 

Aber alles schön der Reihe nach:

 

1) du erblickst jemanden, unmittelbar danach grüßt du

Im Idealfall lächelst du dabei. Wie Du grüßt, ist jetzt einmal Nebensache. Hauptsache Du tust es. Der Menschheit hat es an Kreativität bei Begrüßungen nie gefehlt:

  • Verbeugungen verschiedenster Art,
  • Handschläge - von klassisch-einfach bis sportlich-choreografisch,
  • Küsschen auf Wangen oder Hände,
  • Tussi-Bussis (Küsschen auf die Wange, ohne die Wange zu berühren),
  • Umarmungen und Knuddel-Quetschungen, oder
  • Anfassen diversester Körperteile wie zum Beispiel des Unterarms, Oberarms oder der Schulter.

Die Maori haben sogar ein traditionelles Begrüßungsritual - der Hongi. Anleitungen findest Du diesbezüglich im unendlichen Internet.

Jetzt kann es losgehen, der zwischenmenschliche Umgang kann beginnen.

 

2. Grüßen, grüßen, grüßen, grüßen, (...), zurück gegrüßt werden.

Wenn zwei Menschen aufeinander treffen, bedeutet dass nicht immer gleich, dass das auch beide Menschen so wahrnehmen. Oft sind wir in Gedanken versunken, unaufmerksam, oder haben einfach Kopfhörer im Ohr und frönen Podcasts.

Vielleicht haben die vermeintlichen Nicht-Grüßer auch einfach nur ihre Brille nicht auf. Du kannst die Liste der Gründe nicht gegrüßt zu werden kreativ weiterführen.

Für Dich als Grüßender bedeutet es so lange weitergrüßen, bis das Ritual von beiden vollendet wurde.

 

3. Wer grüßt wen zuerst? Entspanne Dich. Grüße einfach.

Grüße einfach. Einfach. Am einfachsten.

Alles wird einfacher, erleichtert, intuitiver. Natürlich gibt es noch immer ein (strenges) Protokoll was das Grüßen betrifft. Wer grüßt wen, wer reicht wem die Hand zuerst. Diese fast schon höfischen Regeln beachten Du solltest auf jeden Fall: Auf Staatsempfängen, Audienzen mit der Queen oder dem Präsidenten. Egal welchem Präsidenten übrigens.

Ja, ich persönlich reiche noch immer der Dame zuerst die Hand und dann dem Herren. (Obwohl ich abwarten müsste, ob sie mir die Hand reicht, und nicht umgekehrt!) 

Ein Lächeln, Blickkontakt und Offenheit sind in jedem Fall steifer Reglements erhaben.

 

5. Nicht alle grüßen gleich

International und regional gibt es große Unterschiede beim Grüßen. Nicht überall ist ein „Grüß Gott“ oder ein „Guten Tag“ üblich. Im Westen von Österreich ist ein herzliches „Griaß Di“ zu hören, an der Ostsee ein „Moin, Moin“, u.s.w. Jedem das seine, auch wenn wir hier ein bodenständiges "Servus" pflegen, bist Du mit Deinem "Guten Tag" auch herzlich Willkommen!

 

6. Hallo! Hallooo?

Früher was ein „Hallo“ ausschließlich für die Personen reserviert, die man duzt. Langsam verschwimmt diese Grenze die viele Jahre in uns verankert war. Vielleicht hat es damit zu tun, dass das „Sie“ als Ansprache an fremde Personen auch langsam an Wichtigkeit verliert.

In manchen Betrieben wird das allgemeine „Du“ sogar von der Chefetage vorgegeben. Der Teamgedanke soll im Vordergrund stehen.

Nun ja, über das „Hallo“ und das Duzen oder Siezen kann man Bücher schreiben.

Auf der sicheren Seite bist Du, wenn Du fremde Menschen grundsätzlich mit "Sie" ansprichst. Kommst Du aus irgendeinem Grund einmal in die Verlegung, dass Dir ein "Sie" erwidert, obwohl Du mit einem "Du" begonnen hast, würde ich schleunigst auf die formellere Form zurückkehren. Dein Gegenüber legt offensichtlich Wert auf nicht zu lockere Umgangsformen.

 

6. DUZEN unter Gleichaltrigen?

Auch so eine „Regelung“ die irgendwann einmal aufgetaucht ist und sich versucht „festzuzecken“. In sozialen Gemeinschaften wie Vereinen, Clubs, Trainingsgruppen, Strickrunden, u.s.w. in denen vorranging gleichaltrige Menschen mit gleichem Ziel und Interesse zusammenkommen, ist das DU meist Usus.

Die Gefahr besteht, das in Systeme zu übernehmen, denen eine gewisse Hierarchie zu Grunde liegt. Beispiel Schule: In einer Grundschule oder Volksschule gibt es viele junge Eltern und auch viele zum Teil sehr junge Lehrer*innen. Schnell kann es da zu einem freundlich gemeinten, herzlichen Duzen kommen.

Bis dann die ersten Schulprobleme auftreten. Gerade in heiklen Konfliktsituationen kann der Dialog im höflicheren und distanzierterem „Sie“ schneller zum gewünschten Ergebnis führen.

Das Ego spielt dabei eine große Rolle. Wenn wir mit DU kritisiert werden, empfinden wir das eher als einen persönlichen Angriff, als mit einem SIE. Ein gemeinsamer Konsens findet sich auf sachlicher Ebene leichter.

 

7. WEN ZUERST GRÜSSEN?

 

Geschichtlich betrachtet sind Begrüßungszeremonien von jeher eine hierarchische Angelegenheit. Aber wem gebührt eigentlich die Ehre der ersten Begrüßung, wenn ich eine Gruppe von Menschen in der richtigen Reihenfolge begrüßen möchte?

Drei Kategorien sind zu beachten: Rang, Alter, Dame oder Herr. Wer da zuerst drankommt? Ranghöhere vor Rangniedrige, Ältere vor Jüngeren und Damen vor Herren.

 

10. vorstellen UND VORGESTELLT WERDEN

Um Gespräche zu beginnen, ist es immer schön, wenn man weiß mit wem man es zu tun hat. Anschließend an die Begrüßung stelle Dich also vor. Ein kurzer Satz reicht auch schon völlig aus. 

Ich erinner mich da an eine Situation in Chicago. Ich war zu Gast bei Freunden von Freunden - die eine kleine Party geschmissen haben. Der Anlass war, dass die Österreicher da sind. Dort konnte ich beobachten wie eine Freundin einer Freundin in das Haus kam und einen nach dem Anderen begrüßt hat. Irgendwann kam sie dann zur eigentlichen Gastgeberin welche ihr erwiderte: "Hi, schön dass Du da bist! Ich bin Julie, ich wohne hier!".

Wenn Du jemanden vorstellst, mach dasselbe. So schaffst Du eine Atmosphäre, in der sich niemand wie das 5. Rad am Wagen fühlen muss.

So kann jeder Anknüpfungspunkte finden, Konversation beginnen, man kann einander kennenlernen, Vertrauen gewinnen, und eine gute Zeit zu haben oder gute Geschäfte zu machen.

 

7. Bevor Du in die Ferne reist, mach dich schlau

Wer nicht grüßt, der zeigt sich nicht, und hat etwas zu verbergen. Auf der ganzen Welt zeigen Menschen mit einer Begrüßung, dass sie einander wahrgenommen haben und dass ihre Absichten friedlicher Natur sind.

So groß, wunderbar und vielfältig unser Planet ist, so unterschiedlich sind auch die Arten der Begrüßungen.

In Japan gilt es zum Beispiel als unhöflich, sich bei der Verbeugung in die Augen zu sehen.

Maori und Inuit halten die Köpfe zusammen, um dem Lebensatem des anderen zu spüren.

Mach Dich schlau wie man sich in einem Land begrüßt, bevor Du in dieses reist. Die Begrüßung soll ja bezeugen, dass Du den anderen wahrgenommen hast und in ein friedliches und respektvolles Miteinander gehen möchtest. Am Besten zeigen wir das so, dass es unser Gegenüber auch versteht.

 

"Grüßen einfach erklärt" in 5 Sätzen

  • Der Ablauf: Begegnen - Lächeln - Grüßen - Vorstellen
  • Grüße solange bis Du zurückgegrüßt wirst
  • Die Reihenfolge zu wissen ist gut, wichtiger ist eine offene und herzliche Begrüßung.
  • Auf der sicheren Seite bist Du wenn Du fremde Menschen SIEZT.
  • Nicht alle Welt grüßt gleich, informiere Dich über fremde Sitten.

Ich wünsche Dir herzliche Begegnungen und viel Spaß beim Grüßen und Vorstellen!

 

Dein Bernd Weninger